Berlin - Ein Mann liegt erstochen allein auf der Bühne. Die ist weit und leer und seitlich von zwei Spiegelwänden begrenzt. Er liegt lange in seinem Blut und kann einem leid tun, und je länger er liegt, desto mehr tut er einem leid. Unsichtbar singt dazu von draußen der Chor „Können einem toten Mann nicht helfen“ - und tut dies mit triefender Ironie, weil seine Mitglieder ihn gerade einträchtig umgebracht haben. Im Orchester rauscht das verlogene Bedauern quasi mit Pauken und Trompeten mit, warnend und mahnend, pathetisch und distanziert zugleich. So endet nun in der Komischen Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Kurt Weill zum Text von Bertolt Brecht.

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