Berlin - Vor langer Zeit traf ich Lee „Scratch“ Perry zum Interview. Vor dem Gespräch legte er, es war kalter Herbst, ein paar Handschuhe aufs Fensterbrett, um einen Feldstecher und eine Mütze darauf zu drapieren. „Man muss immer wissen, was um einen her passiert“, erklärte er weise und begann fröhlich, das Steigenberger vollzukiffen, erzählte von der Weltverbesserung mit der Schweizer Fahrradarmee, träumte von Radiosendern in den Pleiaden.

Präzision und Freiheit, so könnte man vielleicht knapp das Schaffen der jamaikanischen Produzentenlegende umreißen, die am vergangenen Sonntag mit 85 Jahren auf Jamaika gestorben ist. Perry hat nicht nur wesentlich den Reggae geprägt und im globalen Pop verankert. Seine Pionierarbeit an den Studioreglern hat die Popmusik seit den Siebzigern nachhaltig beeinflusst, von The Clash zu den Beastie Boys, vom Techno der Neunziger zum Dubstep. Einen Zauberer nannte ihn der Klangforscher David Toop, den Salvador Dalí der Musik erkannte Keith Richards, und für Bob Marley war er schlicht: ein Genie.

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