Berlin - In erster Linie geben Dinosaur Jr. hier ein Dreiviertelstündchen Anschauungsunterricht zur Evolution der Hörgewohnheit, etwa zu der Frage, wie sich Lärm und Lautstärke zum Empfinden und Verstehen musikalischer Struktur verhalten. Das neue Album von J Mascis’ Band klingt dabei nach den späten Achtzigern, als sie den Alternative Rock der Jahre Grunge ff. auf den Weg brachte. Ein brausender Schwall of Noise über melodischem Rock, der in Verbindung mit Mascis’ müder Lakonie den Soundtrack für die Generation X und ihre Zeit aus sozialer Perspektivlosigkeit und dem Zerfall der politischen Ost/West-Orientierung abgab. Nicht umsonst sahen Sonic Youth auf ihrem Album „Daydream Nation“ Mascis als kommenden Präsidenten.

Weil Mascis aber ein streitbarer Visionär war, zerfiel das Trio schon nach dem dritten Album 1988. Bassist und Co-Autor Lou Barlow arbeitete mit den postrockigen Sebadoh weiter, Mascis, etwas blasser, unter eigenem Namen, bis die aufkommende Gedenkkultur der Retromanie auch Dinosaur Jr. 2005 anlässlich des 20. Debütgeburtstags reanimierte.

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