Berlin - Die Geschichte beginnt, wie so viele, im Club. Es ist 2009 und Steffen Linck ist gerade nach Berlin gezogen, um seine Karriere als Folk-Musiker voranzutreiben. Die Stimme hat der 20-jährige Hamburger dafür – nicht zu hoch, nicht zu tief, sie passt zu jenem seichten Gitarrensound, den man nach einem langen Arbeitstag im Autoradio hört. Um dahin zukommen, brauch es jedoch meist eine große Plattenfirma und zu der will Linck nicht. Dem Online-Musikmagazin Laut.de sagte er, er hatte mit einem Pop-Produzenten zusammengearbeitet und es war „sehr hart“, da er spürte, dass er seine „Ideale von guter Musik“ aufgeben müsste, um als Musiker erfolgreich zu werden.

Im Club sucht Linck also nach anderen Möglichkeiten, nach Inspiration. Er beginnt, am Laptop aufzulegen, Produzieren zu lernen und seine Klangwelt zu verändern. Es folgen viele Auftritte, eine Zusammenarbeit mit Acid Pauli und schließlich ein Plattenvertrag bei dem nicht unbekannten Label Embassy One. Spätestens seit seinem darauf erschienen Debütalbum „Amniotic“ von 2018 ist aber klar: Linck ist längst kein Folkmusiker mehr.

Zwischen House, Pop und Folk

Zwischen House, Pop und Folk hat es sich der Wahlberliner nun gemütlich gemacht und erinnert damit etwas an das Duo Howling. Anders als das Projekt von Frank Wiedemann und RyX, ist Linck DJ, Gitarrist, Produzent und Sänger zugleich. Ein Grund wohl, warum er von Tomorrowland bis hin zum Burning-Man-Festival gebucht wird. Die Mischung passt in jedes Raster, auf der Bühne kann es – wenn auch mit Unterstützung – komplexer aussehen und musikalisch gesehen scheint die Musik einige Hörervorlieben zu vereinen. Zumindest erreicht Linck monatlich über zwei Millionen Spotify-User.

Sein neues Album „Under Darkening Skies“ schließt an das Erstwerk natürlich an. Warum aufhören, wenn es gerade beginnt? Doch wie es manchmal mit so Projekten ist, bei denen man vieles vereint, alles selbst kreiert und glaubt, damit Ideale zu verfolgen, geht einiges schief.

Linck schafft es etwa nicht, haften zu bleiben. Die zwölf Tracks plätschern wie bei einem Sommer-Open-Air mit zu viel Alkohol durch: Für den Moment nicht störend, stellenweise beschwingend, aber sobald ein Stück vorbei ist, hat man es schon wieder vergessen – was an den holprigen Lyrics, dem häufig schwachen Bass, den vorhersehbaren und zu oft gehörten Melodieabfolgen und der nicht aneckenden Stimme liegt. Ein wenig wünscht man sich, er wäre beim Pop-Produzenten geblieben oder tiefer in die Clubszene eingetaucht. Letztlich ist ihm so allerdings ein Karrieresprung gelungen. Vielleicht ist Monolink aber auch ein Act, der nur live funktioniert. Wenn die Sonne langsam untergeht, man erheitert ist und es egal scheint, was die nächsten Stunden passiert.

Monolink: „Under Darkening Skies“ (Embassy One) erscheint am 11. Juni