Berlin - Zur bürgerlichen Vorbereitung auf den Konzertbesuch gehörte früher die Lektüre des Konzertführers. Er vermittelte, dass Musik mehr ist als ein Genussmittel, dass ihre Schöpfer zuweilen Leben und Geist in ihr Werk gegeben haben, dass Schöpfer und Werk in einem historischen Zusammenhang stehen – all die lustigen Dinge, die man sich dann noch einmal vom Programmheft und danach noch vom Kritiker erzählen lässt und dann wirklich gelernt hat.

Zur Vorbereitung auf den Besuch der Philharmonie gehörte am Sonnabend der Corona-Test in einem von fünf Testzentren, mit Termin im Zehn-Minuten-Takt und, in Zehlendorf zumindest, dennoch 20 Minuten Wartezeit. „Hat die Philharmonie dieses Testzentrum als Einziges angegeben? Es kommen so viele mit Eintrittskarten“, wurde ich am Empfang gefragt – was zu bestätigen scheint, dass der Besuch der Philharmonie mehrheitlich noch immer eine Sache jener bürgerlichen Schicht ist, die sich im letzten Jahrhundert bevorzugt hier niedergelassen hat.

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