Berlin/Leipzig - Der Weg zum Erfolg weiblicher Rapper ist gepflastert mit den Scherben männlicher Egos. Zumindest bekommt man den Eindruck, wenn das Rapduo PALAS seine Erlebnisse im Rapgeschäft schildert. Mit Rappern, die ungefragt „Nachhilfe“ geben, mit Producern, die Tracks nicht rausrücken und persönlich werden. „Wenn du einem Typen sagst, dass du seine Inputs nicht willst, ist schon mal ein männliches Ego gekränkt“, sagt Tina Turnup, die in der Freiburger Straßenbahn Schreibblock und Stift zückt, wenn aus ihren Kopfhörern frauenverachtende Lyrics kommen. Babylit, die in Berlin lebt, sagt resigniert: „Es ist schon ein Haifischbecken.“

Obwohl rappende Frauen in den letzten Jahren sichtbarer und erfolgreicher denn je waren, prägen das Geschäft hinter den Kulissen Männer. Wie die Spielarten des Pop aussehen und klingen, entscheiden also nicht die Künstlerinnen allein. Wie schlecht das im Extremfall ausgeht, zeigt die Karriere von Britney Spears, die jüngst eine Dokumentation der New York Times aufbereitete: Spears unterwarf sich als Teenager den Regeln des Showgeschäfts, den absurden Image-Spagat zwischen All-American-Girl und Pornodarstellerin verwand sie mit Abstrichen bei Selbstbestimmung und psychischer Gesundheit. Es drängt sich die Frage auf: Wie viel Platz gibt es für die Visionen von Künstlerinnen eigentlich?

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