Berlin - Als Ava Vegas im letzten Jahr auf der Nachwuchsbühne des Berliner Festivals Pop-Kultur stand, war der Zuschauerraum leer. Der Soda Club im Prenzlauer Berg, auf dem Areal der Kulturbrauerei, wo das Festival gastiert, ist eigentlich groß genug, um ein paar Fans mit Abstand genug Platz zu bieten. Doch wie so viele Veranstaltungen wanderte das Event im August 2020 ins Internet. Und Ava Vegas sah man nur, wenn man den Laptop aufklappte.

Die mit New-Wave und Chanson gespickte Popmusik der 30-jährigen Berlinerin fand jedoch auch in dieser Form Anklang: Es folgte ein viel beachtetes Debütalbum im November und Auftritte wie bei dem diesjährigen c/o pop-Festival in Köln. Für eine Newcomerin im Musikbusiness ist das toll, jeder Gig eine Chance, bekannter zu werden. 

Leben und Überleben im Popmusik-Business

Den Betreibern vom senatsgestützten Musicboard Berlin, welches das Pop-Kultur Berlin Festival veranstaltet, ist dies natürlich bewusst. Nicht grundlos haben sie 2015 ihr kostenloses Nachwuchsprogramm initiiert und während der Pandemie beibehalten. Neben der Show geht es den Machern vor allem um einen Austausch. „In praktischen Workshops und Talks geben internationale Expert:innen persönliche Einblicke in ihre Arbeit und teilen ihre Erfahrungen vom Leben und Überleben im Popmusik-Business“, erzählen Lisa Herzog und Raphael Boerger, die das Programm koordinieren. „Die Pandemie hat das Leben aller Musikschaffenden verändert. Für viele junge Musikschaffende aller Richtungen ist es daher gerade jetzt und in Zukunft wichtig, gut vernetzt zu sein.“

In diesem Jahr suchen sie wieder 250 Talente aus Berlin und der ganzen Welt. In einer Mitteilung vom April hieß es bereits, dass das Nachwuchsprogramm hybrid geplant werde. Einige Programmpunkte, sofern es aktuelle Gegebenheiten zulassen, finden folglich vor Ort statt. Herzog und Boerger betonen, dass sie 2021 „versuchen, das Beste aus der virtuellen Welt mit den langersehnten und vermissten Vorteilen eines real-life happenings zu verbinden.“

Bis zum 30. Mai können sich interessierte Musikschaffende unter www.nachwuchs.pop-kultur.berlin bewerben. Auf dem Programmplan steht für sie unter anderem eine Lernstunde bei Ava Vegas. Jetzt, nach ihren ersten kleineren Erfolgen, wird sie dem Nachwuchs erklären, wie man sich um die Bildgestaltung eines Albums kümmert. Ob sie als Live-Act auf dem Festival vom 25. bis 28. August zu sehen sein wird und in welcher Form das stattfindet, will das Veranstaltungsteam in der zweiten Juniwoche verraten. Dann sollen auch Infos zu Festivaltickets für Besucher folgen. 

Weitere Hinweise zum Festival sowie die digitale Show vom letzten Jahr sind abrufbar unter: www.pop-kultur.berlin