Diese beiden waren stets echte Schalks auf der Bühne: Rainald Grebe trug Indianer-Kopfschmuck bei den Whigwam-Konzerten, Sven van Thom trat im schnieken Anzug als „Pudding mit Frisur“ auf. Aber was sollen sie machen? Das letzte Jahr hat sie von den Bühnen verbannt und ins Studio gezwungen. Am Ende dieser Woche erscheinen ihre neuen Alben. Sind es pandemische Reaktionen?

Sven van Thom hatte zwar schon im März vorigen Jahres in einem Video bewiesen, wie gut sich das Wort Corona singen lässt. Die zwölf neuen Songs aber kreisen um eine andere Krankheit. Das Album „Liebe und Depression“ handelt nicht etwa, wie im Pop üblich, von der Depression nach enttäuschter Liebe, sondern zeigt die Depression als heimliche Geliebte, die mal anzieht, mal abstößt. Sven van Thom spielt alle Instrumente selbst und setzt sich zumindest textlich radikal vom Vorgängeralbum „So geht gute Laune“ ab. Er bindet sogar den Monolog eines Betroffenen in seinen Songzyklus ein – „OK“ wird von einer Gitarre a la „Shine On You Crazy Diamond“ umspielt. Der Pink-Floyd-Klassiker bezog sich ja auch auf eine kranke Psyche. Im Video „Danke, gut!“, dem heftigsten und zugleich eingängigsten Stück, beweisen Sven van Thom und Freunde, wie viele Gesichter die Krankheit haben kann.

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