Berlin - Es gehört zu den Privilegien der Überlebenden der Rock-’n’-Roll-Ära, über nahezu unerschöpfliche Archivbestände zu verfügen. „Odds and ends“, Stummel und Reste, Unveröffentlichtes und in den Regalen Vergessenes. Bob Dylan hat aus dem Ärgernis, dass im Verlauf seiner Karriere dauernd Raubkopien und Mitschnitte auftauchten, eine geschäftlich funktionierende Tugend gemacht und das Material aus Sessions, alternativen Aufnahmen und einfach nur so dahin Gespieltem und Gesungenem in einer groß angelegten Bootleg-Serie in den Markt entlassen. In schöner Regelmäßigkeit darf das Publikum seither an den sorgsam kuratierten Veröffentlichungen aus den einzelnen Werk- und Lebensphasen teilhaben. Als Gebieter der eigenen Archive erweist sich der zurückschauende Popstar auch als derjenige, der die Deutungshoheit über die eigene Geschichte behält.

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