Zu den bizarren Nebeneffekten dieser seltsamen Tage gehört das Verwischen der Erlebniswelt. Wir sitzen einerseits immer mehr zu Hause, bewegen uns aber umso intensiver virtuell. Während wir dem Nachbarn nur vermummt begegnen, streamen und zoomen wir durch die Welt.

„Vertigo Days“, Tage des Schwindels, haben The Notwist ihr neues Album genannt. Es entstand, oder wurde jedenfalls in Form gebracht, in der sozialen Distanz des letzten Jahres und einem zeitlichen Abstand von gut sechs Jahren zum letzten Album. Auch weil sie sich so viel Zeit nehmen, die sie traditionell mit Denken und verschiedensten Projekten verbringen, schnurren sie nun gerade nicht auf die kleine Infektionszelle zusammen, sondern sprengen das Bandformat: Auf den 14 Songs hören wir die japanischen Tenniscoats, Ben LaMar Gay und Angel Bat Dawid aus dem Umfeld des wichtigen jungen Jazzlabels International Anthem in Chicago und Juana Molina aus Argentinien, befreundete Musiker, die sich wie die Notwists an verschiedenen Genres erfreuen und abarbeiten – um sie dann ineinander zu werfen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.