Berlin - Am Anfang stand die große sensorische Reizbarkeit des Kindes. Der Opernregisseur Barrie Kosky, scheidender Intendant der Komischen Oper, erzählt vom Geschmack der großmütterlichen Hühnersuppe, von der Anziehung durch einen Knabenhintern oder dem Geruch von Umkleidekabinen, vom Griff in die Pelzmäntel im väterlichen Geschäft und natürlich vom ersten Opernerlebnis, das ein Erlebnis des Stimmklangs war. Auch Koskys Mahler-Begeisterung war körperlich, insofern sie durch den schwitzenden, tanzenden Leonard Bernstein vermittelt war, der den jungen Kosky zum schwitzenden und tanzenden Schallplattendirigieren inspirierte. In einer frühen Inszenierung im heimatlichen Melbourne ist es ebenfalls ein Moment extremer Körperlichkeit, der sich am stärksten eingeprägt hat.

Die „Ekstase“, von der Koskys kleines, starkes autobiografisches Büchlein handelt, ist immer durch die fünf Sinne und körperliche Erfahrung vermittelt, ausgelöst und erfahren. Was zunächst anhekdotisch aufgereiht schien, findet seine Reprise im abschließenden Kapitel über Wagner: Kosky berichtet von seinen Inszenierungen vom „Fliegendem Holländer“ in Essen und „Lohengrin“ in Frankfurt sowie über den als gesamtsinnliches Kunstwerk beschriebenen „Tristan“.

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