„Das Leben ist ein Geschenk“, verkündete Tony Bennett jüngst per Twitter – „auch mit Alzheimer“. 2015 habe der US-Sänger erstmals Symptome der Demenz-Krankheit gezeigt. Die Ärzte hätten Bennett aber dazu geraten, weiter Musik zu machen und aufzutreten – und so hat der von der New York Times zum „Schatz Amerikas“ und „New Yorks größtem Schnulzensänger“ ernannte Musiker, der am heutigen Dienstag 95 Jahre alt wird, bereits mehrere Konzerte bis Ende des Jahres angekündigt. Seinen Geburtstag will er gemeinsam mit Popdiva Lady Gaga in der New Yorker Radio City Music Hall feiern.

Zu verdanken habe er seine Karriere Frank Sinatra, sagte Bennett einmal in einem Interview. „Er hat mein Leben verändert. In einem Artikel im Life Magazine hat er betont, dass ich der beste Sänger sei, den er je gehört habe. Damals war ich so mittelmäßig erfolgreich und hatte hin und wieder eine millionenfach verkaufte Platte, aber für mich ging es darum, gut zu sein, nicht der berühmteste. Dann hat er mich den besten genannt, den er je gehört hat. Und seitdem sind meine Konzerte auf der ganzen Welt ausverkauft.“ Zum Dank gründete Bennett eine Schule für musikalisch begabte Jugendliche in New York und benannte sie nach Sinatra.

„I Left My Heart in San Francisco“

Die Schule steht in seinem Heimatbezirk Astoria, im New Yorker Stadtviertel Queens. Hier wurde Bennett 1926 als Anthony Dominick Benedetto geboren. Sein Vater starb, als er noch ein kleiner Junge war. Die Mutter brachte ihn und seine zwei Geschwister als Schneiderin durch. Schon als Teenager trat Bennett als Sänger auf. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Soldat, unter anderem in Deutschland und Frankreich. Zurück in den USA startete er seine Karriere mit Songs wie „Because of You“, „Rags to Riches“ und dann dem Hit, der ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollte, „I Left My Heart in San Francisco“.

Nebenbei hat Bennett auch immer gemalt, zwei Kunstbücher sind erschienen und mehrere seiner Werke sind in die Sammlung des Smithsonian Museums eingegangen. Gemeinsam mit seiner dritten, rund 40 Jahre jüngeren Ehefrau Susan und dem Hund „Happy“ lebt der Vater von vier Kindern heute südlich des New Yorker Central Parks.