Die CDU war nicht immer ganz sicher in der Auswahl der Musik zur ihren Parteiveranstaltungen. Am Anfang der langen Karriere von Angela Merkel etwa wurde zum Ende eines Parteitags der Rolling-Stones-Klassiker „Angie“ gespielt. Es war als eine Hommage gedacht, dabei geht es in dem Lied um Trennung, um eine Liebe, um die man sich redlich, aber vergeblich bemüht hat. Naja, stimmte ja am Ende auch irgendwie.

Entschuldigung von Angela Merkel

Aber am Wahlabend im September 2013, da passte das Liedgut zum Gemütszustand von Kanzlerin und Partei: Fraktionschef Volker Kauder stimmte entschlossen, aber schräg die wunderbare Hymne „Tage wie diese“ von den Toten Hosen an. „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“, heißt es in dem Lied. Als Wahlsieger hat man da leicht singen. Dabei hatten die politisch sehr bewussten Musiker verboten, dass ihre Musik auf Wahlkampfveranstaltungen gespielt wird. Kanzlerin Merkel hat sich danach in einem Telefonat bei Campino, Sänger der Hosen, entschuldigt.

Nur eine, aber eine Anekdote aus der Geschichte der Band, die ihre Bedeutung in der deutschen Rock-Kultur-Landschaft belegt. Die Tour hat vor 40 Jahren begonnen. So ganz genau weiß die Band nicht mehr, wann sie genau gegründet wurde, räumt Campino im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein. Daher gilt als offizielles Datum der erste Auftritt der Band am 10. April 1982, als Live-Debütant im Bremer „Schlachthof“. Damals noch falsch als „Die Toten Hasen“ angekündigt. Auch kein schlechter Name für eine Punkband.

Erst im Jahr darauf erschien das erste Album „Opel-Gang“ mit dem programmatischen Opener „Tote Hose“. Heute bilden die Musiker eine der erfolgreichsten deutschen Rock-Bands überhaupt mit 17 Studioalben, acht Live-Platten und sieben Kompilationen. Seit 1990 haben die Hosen elfmal Platz 1 der deutschen Albumcharts belegt.

„Wir hatten irgendwann im Dezember des Jahres ’81 angefangen, miteinander zu proben“, erinnert sich Campino (59, bürgerlicher Name: Andreas Frege). „Zum offiziellen Geburtstag wurde dann der 10. April erklärt. Ich würde am 10. gerne mit den anderen unseren Geburtstag feiern, muss aber leider nach Manchester, um die Reds gegen City anzufeuern, das hat in diesen Zeiten für mich Priorität“, sagt der treue Fan des FC Liverpool.

Die Band habe vor 40 Jahren nicht gedacht, dass sie so lange bestehe, so Campino. „Wir haben damals nur für den Moment gelebt, und im Grunde genommen tun wir das auch heute noch.“ Er und die anderen Hosen fühlten nun „eine Riesendankbarkeit, wie lange wir das schon durchziehen dürfen und dass unser Publikum immer noch nicht die Nase voll von uns hat“. Es gehe für ihn und die Toten Hosen „immer im Wesentlichen um die Begegnungen und Freundschaft mit anderen Menschen, ob in Peking, Buenos Aires oder Kaiserslautern“.

Mit den Fans feiern Die Toten Hosen erst Ende Mai, wenn ihr Karriere-Rückblick „Alles aus Liebe“ auf CD und Vinyl erscheint. Und im Juni, wenn eine dreimonatige Tournee der Düsseldorfer Band beginnt (in Berlin sind sie am 20. August).