Seit der Antike wird das Verhältnis von Name und Benanntem diskutiert. Die Onomatologie, die Namenswissenschaft, ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das die Philosophie, Soziologie, Anthropologie, die Geschichts-, Rechts- und Religionswissenschaften berührt sowie die Biologie, womit wir beim aktuellen Fall wären: Just wurde eine von Wissenschaftlern der Universität Virginia Tech in den Appalachen im Osten der USA entdeckte Tausendfüßlerart nach der Sängerin Taylor Swift benannt. Nannaria swiftae heißt das 22 Zentimeter lange Tier nun auf Lateinisch. Und auf Englisch Swift Twisted-Claw Millipede, was auf Deutsch so viel wie Verdrehte-Krallen-Tausendfüßler Swift bedeutet.

Dr Derek Hennen
So sieht er aus der Nannaria swiftae, der Tausendfüßler, der nach der Sängerin Taylor Swift benannt wurde.

Wer die entsprechende Veröffentlichung in der wissenschaftlichen Zeitung ZooKeys liest, dem wird zum einen klar, dass es zahlreiche Biologen gibt, die sich mit dieser wirbellosen wurmartigen Tierart ausführlich beschäftigen, die Tausendfüßler sammeln, in Unterarten einteilen, ihr Verhalten beobachten. Es wird als kryptisch und herumwühlend beschrieben, das bevorzugte Habitat als kühl und feucht. Über 16.000 Arten gibt es.

Der Wissenschaftler will sich mit dem Namen bei Taylor Swift bedanken

Der Wissenschaftler Derek Hennen, auf den der Name zurückgeht, sagte dem Rolling Stone: „Taylor Swifts Musik hat mir durch die Ups and Downs beim Studium geholfen. Eine neue Tausendfüßlerart nach ihr zu benennen, ist meine Art, mich zu bedanken.“ Seine Fans kann man sich eben nicht aussuchen.

Es gibt noch mehr Tiere, die die Namen Prominenter tragen: Nach Beyoncé ist eine seltene Pferdebremse benannt: Scaptia beyonceae. Gnathia marleyi nach Bob Marley heißt ein kleiner Parasit aus der Ostkaribik. David Bowie, Nina Hagen und Udo Lindenberg sind die Namenspaten dreier Riesenkrabbenspinnen. Ein Spinnenforscher aus Frankfurt am Main wollte so Aufmerksamkeit für diese gefährdeten Arten gewinnen. Auch die britische Band Sex Pistols diente bereits als Namensgeber. Nach ihren Mitgliedern sind ausgestorbene Trilobiten benannt, die beim Massensterben im Perm untergingen. Sie heißen unter anderem A. cooki, A. jonesi, A. matlocki, A. rotteni und A. viciousi. A. steht für Arthropoda, Gliederfüßler.

Loriot hat sich zu Lebzeiten die Steinlaus (Petrophaga lorioti) ausgedacht und auch gezeichnet. Er verarbeitete das Tier mit dem kräftigen Gebiss, dessen Schneidezähne markant hervorstehen, in einem Sketch, in dem er den Zoologen Bernhard Grzimek parodiert. Legendär!