Wer sich das jetzt 80 Jahre währende Leben von Hans Neuenfels vergegenwärtigt, taucht ab in eine der buntesten, aufregendsten Theaterzeiten. Bunt, weil sich die Ansätze von Neuenfels und seinen Kollegen zwar drastisch voneinander unterschieden, aber in einer Tendenz doch zusammenwirkten, und das war das Aufregende: Sie erschütterten das, was ein bürgerliches Publikum als kulturellen Besitz zu betrachten pflegte. Von den Skandalen und Erfolgen der damaligen Zeit lesend überlaufen einen wohlige Schauer: So leidenschaftlich agierten Regisseure, so leidenschaftlich reagierte ihr Publikum.

Auf die Frage, ob die Bereitschaft zur Aufregung abgenommen hat, antwortete Hans Neuenfels im letzten Jahr: „Ja, die ist geringer geworden. Das Theater ist wohl etwas aus dem Brennpunkt des Interesses getreten. Die Häuser sind ja gut besucht, aber es wird oft zu schnell und zu viel produziert, die Probenzeit wird immer kürzer. So entsteht immer weniger, das länger haften bleibt.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.