Zu den letzten Bewegtbildern, in denen der Schlagzeuger Taylor Hawkins sich noch einmal als Multi-Talent des Rock ´n‘ Roll präsentierte, gehört der Ausschnitt eines Konzertes vom 20. März dieses Jahres im argentinischen Buenos Aires. Zwei Männer in bester Laune, so der Eindruck, gefielen sich in der Pose, zu den Frontleuten der vermutlich besten Rockband der Gegenwart zu gehören.

Die Foo Fighters haben diesen Ruf nie lauthals behauptet, sich ihn aber über viele Jahre durch solide Live-Präsenz erspielt. Das war wohl auch vor ein paar Tagen in Buenos Aires nicht anders, als Band-Gründer Dave Grohl seinen Freund von der Hinterbühne, wo er sich hinter einer großen pinkfarbenen „Schießbude“, wie Drummer gern sagen, verschanzt hatte. Grohl spottete ein wenig über die Leggings im Tigermuster, die Taylor Hawkins wohl nicht zuletzt deshalb trug, um über hinreichend Beinfreiheit zu verfügen. Männer auf der großen Showbühne, ausgelassen scherzend. Taylor Hawkins sang anschließend die Heavy-Metall-Ballade „Somebody to love“, Dave Grohl setzte sich dazu dienend ans Schlagzeug. Gelernt ist gelernt, schließlich war er der Mann an den Drums der legendären Grunge-Formation Nirvana um Kurt Kobain.

Dave Grohl holte Taylor Hawkins zu den Foo Fighters

Der Rollentausch bei den Foo Fighters gehörte zur rituellen Gestik des Rock, Alleskönner unter sich. Der 1972 in Fort Worth in Texas geborene Oliver Hawkins, der den Vornamen Taylor von seinem großen Vorbild, dem Queen-Schlagzeuger Roger Taylor, übernommen hatte, war für einige Zeit als Schlagzeuger bei Alanis Morissette engagiert, ehe ihn Dave Grohl in seine Band holte. Mehr Anerkennung ging nicht als jene, vom ambitioniertesten Trommler der Szene für die eigene Band erwählt zu werden. Die Beziehung der beiden Bühnenkünstler verlief nicht bloß in purer Harmonie, aber der Auftritt in Buenos Aires verriet noch einmal viel vom wechselseitigen Respekt der beiden Bühnen-Alphatiere voreinander.

In der Nacht zum Samstag mussten die Kollegen von den Foo Fighters nun vermelden, dass Taylor Hawkins tot in seinem Hotelzimmer im kolumbianischen Bogotá aufgefunden worden war. Er wurde nur 50 Jahre alt. Immer wieder war seine Karriere auch von Drogenproblemen überschattet gewesen, 2001 hatte er nach eine Überdosis Heroin mehrere Tage im Koma gelegen.