Szene aus Krautrock 1. 
Foto: Metronome

Berlin - Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre kam es in Westdeutschland zu einem erstaunlichen musikalischen Phänomen, das als gegenkultureller Entwurf zum übermächtigen Einfluss der englischen und amerikanischen Popmusik gehört werden konnte. Wilde Klänge waren das, selbstbewusst und hässlich. Diese Musik arbeitete mit Repetition, Nonsens-Gesang, Naturgeräuschen, Rückkoppelung und Übersteuerung und Verzerrungen und Loops.

Jedes analoge Instrument, je ungewöhnlicher desto besser, kam ihr ebenso recht wie jedes elektronische Klangerzeugungsgerät. Alles, was tönte, wurde bis in seine verstecktesten Möglichkeiten ausgelotet. Mal wurde live auf der Bühne forsch drauflos improvisiert, mal wurde im Studio gefinkelt, montiert, mal wurde die Mucke gar zur Gänze im Computer programmiert. Die Protagonisten jener vorwiegend in Köln, Düsseldorf und Hamburg virulenten Szene unternahmen Ausflüge in den Free Jazz und in die Neue Musik und forderten beide gleichermaßen heraus. Was sie schufen zählte zur Avantgarde, doch es trug einen seltsam biederen Namen: Krautrock.

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