Musikpreis Echo: Frei.Wild – Emotional verletzte Italiener

Manchen Leuten kann man es einfach nicht recht machen. Im vergangenen Jahr zeigte die italienische Rockgruppe Frei.Wild sich ausgesprochen empört aufgrund des Umstands, dass sie zu der in den Berliner Messehallen stattfindenden Verleihung des Musikpreises Echo zunächst eingeladen und nach Protesten ebenfalls eingeladener Künstler gegen das ihrer Ansicht nach rechtsnationalistische Weltbild von Frei.Wild wiederum ausgeladen wurde. Vor Beginn der Verleihung hielten die Mitglieder der Gruppe daher vor der Halle eine Protestveranstaltung ab.

Zu der diesjährigen Verleihung der Echo-Preise am kommenden Donnerstag an gleichem Ort wurden Frei.Wild nun ausdrücklich willkommen geheißen; ein von den Veranstaltern eigens einberufener „Beirat“ aus Theologen und Pädagogen hatte ihnen ideologische Unbedenklichkeit bescheinigt. Das passt Frei.Wild nun auch wieder nicht: Jetzt, wo man eingeladen sei, werde man auf keinen Fall kommen, hieß es am Freitag in einem Statement. „Wir wurden als Band samt unseren Fans mit der Ausschluss-Entscheidung von 2013 diffamiert und geschädigt.“ Zu tief sei die „Verletzung auf der emotionalen und seelischen Ebene.“

Die aus der italienischen Region Südtirol stammende Gruppe war übrigens für einen Preis in der Kategorie „Rock/Alternative National“ nominiert. Wer die Grenzen der deutschen Nation so kreativ definiert wie die Echo-Macher, wird sich aber auch leicht Ersatz holen können, vielleicht ja aus Ostpommern, Böhmen oder dem Elsass.