Die Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag am 27. Januar war bewegend in vielen Momenten. Doch klang es besonders erschütternd, als Inge Auerbacher in ihrer Rede vom Pult aus rief: „Liebe Ruth, ich bin hier in Berlin, um dich zu besuchen!“ Die Frau, deren Schwierigkeiten beim Gehen ihr hohes Alter zeigen, versetzte sich zurück in ihre Kindheit „als jüdisches Mädel“ in einer schwäbischen Kleinstadt. Sie war sieben Jahre alt, als sie 1942 mit ihren Eltern ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Sie erinnerte in der Rede an ihre Freundin Ruth, die sie im Lager kennenlernte. Wie Schwestern seien sie gewesen, und sie versprachen sich, sie würden sich später besuchen – in Berlin und in Jebenhausen. Doch: „Ruth und ihre Eltern wurden ermordet in einer Gaskammer in Auschwitz. Sie erlebte noch nicht einmal ihren 10. Geburtstag.“ Die Unmittelbarkeit der Rede Inge Auerbachers, die Erinnerung der heute 87 Jahre alten Überlebenden des Holocaust, bewirkte diesen starken Eindruck. Aber wie kann man den festhalten?

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