BerlinEs scheint fast so, als hätte sich da ein Trend ganz massiv umgekehrt: Die Fernsehnutzung in Deutschland, die in den vergangenen Jahren rückläufig war, ist 2020 um knapp zehn Minuten auf täglich drei Stunden und 40 Minuten gestiegen. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil im vergangenen Jahr sowohl die Fußball-Europameisterschaft als auch die Olympischen Sommerspiele abgesagt wurden. Übertragungen von diesen beiden Sportveranstaltungen zeichneten sich in der Vergangenheit stets durch überdurchschnittlich hohe TV-Quoten aus.

Ist der Abgesang auf das gute alte lineare Fernsehen verfrüht gewesen? Gemach, für die Zunahme der TV-Nutzung ist einzig und allein ein Faktor verantwortlich: die Covid-19-Krise. „Auf Monatsebene betrachtet, beobachten wir einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Sehdauer und der Entwicklung der Corona-Pandemie hierzulande“, sagt Kerstin Niederauer-Kopf, die Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, die im Auftrag der deutschen TV-Sender die Messung der Quoten organisiert. „Sowohl im März und April, also während des ersten Lockdowns, als auch im November und Dezember lag die durchschnittliche Sehdauer bei den Zuschauenden ab drei Jahren deutlich über den Vorjahresmonaten.“

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