Steil nach oben: News aus dem Netz haben eine Hausse.
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BerlinDie Digitalangebote der deutschen Zeitungen verzeichnen derzeit einen noch im Vorjahr für utopisch gehaltenen Anstieg ihrer Nutzerzahlen. Laut einer Erhebung des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) haben in der vergangenen Woche – konkret zwischen dem 16. und 22. März – 67,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren auf die Nachrichtenportale der Zeitungen im Netz zugegriffen. Allein mit ihrem digitalen Angebot haben die Zeitungen damit 46,2 Millionen Menschen erreicht. Ende Januar lag die wöchentliche Reichweite noch bei 50,1 Prozent; das bedeutet ein Plus von 34 Prozent. 

Auslöser für die explosionsartige Reichweitensteigerung ist, natürlich, die Corona-Pandemie. Ganz offenbar suchen die Menschen in der Krise gezielt nach Angeboten von vertrauenswürdigen Medien. Davon profitieren auch die Nachrichtensendungen, deren Quoten derzeit durch die Decke gehen. So kam die „Tagesschau “ der ARD vergangenen Sonntag auf knapp 19 Millionen Zuschauer. In normalen Zeiten erreicht die Nachrichtensendung etwa zehn Millionen Zuseher.

Zeitschriften verzeichnen offenbar ebenfalls ein erhebliches Plus. Laut dem Hamburger Verlag Gruner + Jahr steigen die Verkäufe von Magazinen wie „Stern“ oder „Geo Wissen Gesundheit“ gerade stark an. Nachprüfen lässt sich dies derzeit noch nicht: Die offiziellen Auflagenzahlen der unabhängigen Prüfstelle IVW werden erst im April veröffentlicht.

Auch die digitalen Angebote der Berliner Zeitung profitieren vom großen Interesse an aktuellen Nachrichten und seriöser Einordnung. Allerdings lässt sich dies nicht allein auf die Corona-Pandemie zurückführen: Bereits seit November 2019 legt die Zahl der Unique User von berliner-zeitung.de jeden Monat im zweistelligen Prozentbereich zu, von damals 946.000 auf aktuell 3,2 Millionen.  Dies entspricht einem Zuwachs von rund 240 Prozent innerhalb der letzten vier Monate.

Auch das E-Paper der Berliner Zeitung erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Seine App stand letzten Samstag in den Apple Charts für deutschsprachige Nachrichtenangebote zeitweilig auf Platz vier, unmittelbar hinter den Apps von „Welt“, „Bild“ und „Süddeutsche Zeitung“.