Der Medienbegriff „Nachrichten“ hat einen höchst sachlichen Klang. Nachrichten, das klingt nach Relevanz und „Tagesschau“, nach Kleber, Köpcke, Berghoff, Friedrichs, ziemlich bedeutsam, schwer informativ. Nach Nachrichten hat man sich ja schon rein etymologisch darum zu richten, weil sie von Wissen, wenn nicht gar Wahrheit künden. Falls ein Sender „Nachrichten“ also bereits – und sei es abgekürzt – im Titel führt, muss es ihm offenbar ernst sein mit Wissen, Wahrheit, Wirklichkeit.

Dann aber schaltet man zu N24 und sieht: Superlative und Sternenkunde, wilde Tiere und starke Kerle, Dramatik statt Brisanz und überhaupt: viel Lärm um recht wenig. Denn jener Kanal, den ProSiebenSat.1 vor drei Jahren abstieß, um ihr Publikum nicht mit so was wie Seriosität zu vergraulen, atmet eine süffige Mischung aus Männerschweiß und Vorschulparty – ein Sender für technikaffine Spielkinder mit tagesaktuellem Restbedürfnis.

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