Berlin - Man war eigentlich auf Chöre und Krawall eingestellt. Doch dann saß da nur sie: Inge Keller, weißhaarig, weiß gewandet in einem blendend weißen leeren Raum. 20 Minuten lang rezitierte die Keller aus John Miltons großem Gedicht „Das verlorene Paradies“, verloren aber schien hier nichts: Mit Strenge und Schalk, mit heilig-nüchterner Diktion und feinen ironischen Noten gewann sie dem Theater ein Paradies zurück, aus dem es fast schon vertrieben schien – das Paradies der Sprache. Chöre und Krawall kamen dann natürlich auch noch, schließlich befand man sich – man schrieb das Jahr 2000 – in einer Inszenierung Einar Schleefs: „Verratenes Volk“ am Deutschen Theater Berlin. Die glasklare Schönheit dieser aus Vokalen und Konsonanten herausgemeißelten Ouvertüre konnten aber auch die folgenden fünf Stunden mit all ihren grandios komponierten Bildern nicht vergessen machen.

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