Es sollte ein großartiger Abschied von der Bühne werden. UFO sind im Rahmen einer Welttour unter dem Titel „Last Orders“ zum 50. Band-Jubiläum unterwegs. Die letzten Konzerte in England waren gespielt, im Juni sind eigentlich die nächsten Konzerte in Deutschland geplant, unter anderem auch beim Wacken Open Air. Doch Keyboarder und Gitarrist Paul Raymond starb am Sonnabend nach einem Herzinfarkt. Er wurde 73 Jahre alt.

Auf Facebook schilderte seine Lebenspartnerin Sandra das Drama: Ärzte hätten verzweifelt versucht, den Musiker zu reanimieren, was ihnen auch erst gelang. „Doch dann brach sein Kreislauf komplett zusammen und es gab nichts mehr, was sie für ihn hätten tun können. Er starb an einem Herzinfarkt“, schreibt Sandra.

Das letzte UFO-Konzert in London

Der Tod des beliebten Gitarristen schockte die Band so sehr, dass sie keine Worte fand. Sie postete ein Foto von Paul auf seinem letzten Konzert im O2-Forum in London. Die Rockwelt trauert um einen ganz Großen. Heavy-Metal-Bands wie Judas Priest und Saxon würdigten ihn auf Twitter als brillanten Musiker und großartigen Menschen.

Paul Raymond begann seine Karriere als Jazz-Musiker, spielte Gitarre in verschiedenen Formationen. Erst 1976 stieß er zu UFO um Sänger Phil Mogg und dem Hannoveraner Ausnahmegitarristen Michael Schenker, der die Band seines Bruders Rudolf, die Scorpions, verlassen hatte. Raymond begann Keyboards zu spielen. Eine der größten Hit-Alben wurde das 1977 erschienene Album „Lights Out“, das als eines der größten Rock-Klassiker gilt. Pauls Spiel, vor allem bei Stücken wie „Love to love“ prägte den Stil der Band.

Als Schenker die Band verließ, ging es auch bei UFO bergab. Raymond wechselte zu Michael Schenkers MSG Anfang der 80er. Doch auch dort hielt es ihn nicht lange. Nach einigen Gastspielen kehrte er zu UFO als festes Bandmitglied zurück.