Eines seiner Idole war der literarische Flaneur Franz Hessel. Ein anderes der englische Dandy Beau Brummell. Zwischen diesen Polen bewegte sich Manfred Schwarz mit seinen Texten, die in ihrer kunstvollen Rhetorik, gespickt mit geistreichen Volten, regelrecht berauschen konnten. Schwarz war ein schwärmerischer Liebhaber der Kunst- und Kulturgeschichte.

Er versenkte sich mit aufwendigen Recherchen in die nahen und fernen Epochen. Von den Hethitern bis zu Rembrandt, von den Dogon in Afrika bis zu Armani und Madonna reichte sein Interesse. Seine schönsten Artikel waren so ziseliert wie funkelnde Juwelen. Ein letzter seiner Art. Für die Berliner Zeitung schrieb dieser ungewöhnliche Kunstjournalist seit 1998. Am Karfreitag ist Manfred Schwarz mit nur 49 Jahren gestorben.