Da kam er aus dem Saal – klein, aber doch unübersehbar unter Hunderten Premierengästen mit diesem leuchtend weißen Haarschopf, Langhaarfrisur mit Pony, dazu Oberlippenbart und eine anscheinend ewig gleiche kleine Nickelbrille auf der Nasenmitte. Wie vor zwanzig, dreißig Jahren verbreitete er den Eindruck von Unveränderlichkeit, wenn wir mal von den farblichen Verläufen absehen und davon, dass der einst sehr schmale Mann rundum stabiler geworden war. Damals jedenfalls, bei dieser Premiere vor ein, zwei Jahren, wirkte Reinhard Lakomy noch trotzig, stolz und nach außen verschlossen wie eine Festung. Das war lange vor dem Ausbruch der Krankheit, die ihn zuletzt dünn, müde und schwach werden ließ und also dann doch sehr veränderte. Am Sonnabend ist der Komponist, Sänger und Kinderliedermacher Reinhard Lakomy im Alter von 67 Jahren in Berlin-Blankenburg gestorben. Er war eigentlich sein Leben lang gesund, die schnelle grausame Krankheit, die Anfang Februar bei dem leidenschaftlichen Raucher diagnostiziert wurde, heißt Lungenkrebs.

"Direkt durch die Mauer"

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