Es gibt auch breitbeinige Luftikusse, Träumer, die mit beiden Beinen im Lehm stecken. So einer war der Nobelpreisträger Seamus Heaney. Er schrieb Gedichte einer auf den ersten Blick ziemlich verschlossenen Art – ein Wunder, dass er für diese scheinbar hermetischen, fern aller lyrischen Trends stehenden Werke 1995 den Literaturnobelpreis bekam. Auf den zweiten Blick schrieb er wie ein Bauer, so viel ist vom Ackerland und dem Spaten die Rede. Und auf den dritten wirken seine Zeilen wie die eines Musikers, der dem Knacken und Knarzen der Worte nachspürt, ihrem Plumpsen und Zischeln. Der Bauer weiß eben wie kein zweiter, dass der Sinn eines Wortes ohne dessen Geräusch nicht zu haben ist.

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