Das letzte Mal, als ich den Theaterregisseur Fritz Marquardt vor knapp zwei Jahren in seinem kleinen Haus in der Uckermark traf, sollte ich ihn über Dimiter Gotscheff, seinen Schüler und Freund, befragen. Doch Marquardts Gedächtnis funktionierte nicht mehr allzu präzise, er bestätigte mir damals nur das, was ich schon wusste. Später jedoch, als das Aufnahmegerät ausgeschaltet war, erzählte er mir von seiner Kindheit auf einem Gutshof im Warthebruch, von seinen Eltern und wie er einer Frechheit wegen von der Schule geflogen war. Als ich mit einem Kollegen an einem Buch über Fritz Marquardt gearbeitet hatte, war nichts davon zur Sprache gekommen: Er hielt es für nicht wichtig genug. Doch nun, da die Bilder seines Lebens am Theater langsam in ihm erloschen, traten diese Erinnerungen an eine untergegangene Welt in einer Intensität an die Oberfläche, dass es mir die Tränen in die Augen trieb.

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