Der höheren Wahlbeteiligung wegen: Naomi Campbell lässt im Video die Hüllen fallen.
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Naomi Campbell, 50, und zahlreiche andere US-Promis wollen offenbar mit allen Mitteln ihre Mitbürger dazu bringen, zur Wahl zu gehen – und dabei alles richtig zu machen. In einem auf YouTube veröffentlichten, von der gemeinnützigen Organisation RepresentUs herausgegebenen Video preist das Supermodel die Vorzüge der Briefwahl an, wobei sie und die ihr zur Seite stehenden Hollywood-Größen wie Sarah Silverman, Chris Rock, Amy Schumer, Mark Ruffalo oder Kerry Washington ihre Hüllen fallen lassen. Ihnen gehe es um die „nackte Wahrheit“, und zwar aus einem triftigen Grund: US-Wähler müssen ihre Abstimmungszettel in einen Extra-Umschlag stecken, bevor sie ihn in einen zweiten, äußeren Umschlag stecken, weil die Zettel sonst als „nackt“ gelten („naked ballot“) und damit ungültig sind.

Ein einziger Promi zeigt sich in dem Video angezogen: Der ansonsten durchaus zeigefreudige Komiker Sacha Baron Cohen, der in seiner Paraderolle als „Borat“ einen Gastauftritt im Anzug hat und verdutzt in die Runde fragt: „Wieso wollt ihr mich nackt sehen?“ Die Sache ist ohnehin ernster, als es bei dem aufmerksamkeitsheischenden Striptease den Anschein hat. Bei Briefwahlen sind in den USA nämlich einige Dinge zu beachten. Zudem wissen die Promis auch, dass eine hohe Wahlbeteiligung den Demokraten, also Joe Biden zugute kommt. Ihr nackter Auftritt ist insofern auch als klares Wahlvotum zu verstehen. Sie folgen damit einem Trend, in den letzten Wochen haben sich immer mehr Künstler mit deutlichen Empfehlungen zu Wort gemeldet. 

Wie auch immer. Die nackte Wahrheit in dem Video wird von den Promis in verteilten Rollen vorgetragen. Der Wortlaut sei der Vollständigkeit halber hier wiedergegeben:

1. Befolgen Sie ALLE Anweisungen sorgfältig. Wenn es heißt: Zwei Umschläge verwenden, verwenden Sie zwei Umschläge. Wenn da steht: „Verwenden Sie einen schwarzen Stift“, verwenden Sie einen schwarzen Stift. Nicht lustig. Nicht sexy. Aber absolut notwendig.

2. Schicken Sie Ihren Stimmzettel per Post oder geben Sie ihn so schnell wie möglich ab. Also jetzt. Wenn Ihr Stimmzettel zu spät eintrifft, zählt er nicht und wir waren umsonst nackt.

3. In Staaten wie Pennsylvania muss Ihr Stimmzettel in einen inneren und äußeren Umschlag gelegt werden. Stecken Sie Ihren Stimmzettel in den inneren Umschlag, dann stecken Sie den inneren Umschlag in den äußeren Umschlag. Wenn Sie dies nicht tun, nennt man das nackten Stimmzettel, und er zählt nicht. Sie können nackt sein, aber Ihre Stimmzettel nicht.

Taylor Swift, 30, stellt sich in die Reihe prominenter Wahlempfehlungen. Die Sängerin hat knapp vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl dem demokratischen Kandidaten Joe Biden ihre Unterstützung ausgesprochen. Sie werde „voller Stolz“ für Biden und dessen Vizekandidatin Kamala Harris stimmen, sagte Swift der US-Zeitschrift V Magazine. Amerika brauche einen Präsidenten, der sich für die Anliegen von Minderheiten, Frauen und der LGBT-Gemeinde starkmache und globale Gesundheitsrisiken ernst nehme. Auf Twitter verlinkte Swift die Magazin-Seite und ein weiteres Foto, auf dem sie einen großen Teller mit Keksen hält, die mit blauem Zuckerguss und der Aufschrift „Biden Harris 2020“ verziert sind.

Der so bedachte Biden bedankte sich auf Twitter umgehend: „Taylor – Danke für deine Unterstützung und dass du in diesem entscheidenden Moment in der Geschichte unserer Nation deine Meinung sagst.“ Früher hatte sich die Pop- und Country-Sängerin („Look What You Made Me Do“, „Fearless“) mit politischen Äußerungen zurückgehalten, doch seit 2018 positioniert sich Swift klar gegen US-Präsident Donald Trump, rechte Umtriebe, Diskriminierung und Rassismus in ihrem Land.

Katerina Jacob, 62, hat es in den besseren Teil Nordamerikas verschlagen. Die Schauspielerin ist begeistert vom menschlichen Miteinander in ihrer Wahlheimat Kanada. „Sich gegenseitig kümmern – da sind uns die Kanadier ein Stück weit voraus“, sagte Jacob der Deutschen Presse-Agentur. „Da ist zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe ganz großgeschrieben. Da wird einer alten Frau über die Straße geholfen und man trägt ihr die Tasche nach Hause.“ Überhaupt seien die Kanadier sehr viel höflicher, meinte der bayerische TV-Star, der auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt und mit einem Deutsch-Kanadier verheiratet ist: „Sie tragen die Maske, ohne zu murren.“ Es gebe in dem nordamerikanischen Staat einfach mehr Gemeinschaftsgefühl.

Prinz William, 38, lenkt unser Aufmerksamkeit auf andere, nicht minder drängende Probleme. Der britische Royal stiftet einen ehrgeizigen und finanziell äußerst verlockenden Umwelt-Preis. Damit will er innovative Lösungen für die größten Probleme des Planeten belohnen: Wie der Kensington-Palast am Donnerstag in London mitteilte, sollen in den kommenden zehn Jahren jeweils fünf Gewinner des sogenannten Earthshot-Preises ausgelobt werden. Den Preisträgern winken jeweils eine Million Pfund (1,1 Millionen Euro). „Wir müssen Lösungen finden, um zu leben und unser Leben zu genießen und uns nicht schuldig und schlecht zu fühlen wegen einiger Dinge, die wir tun“, sagte Prinz William dem britischen Rundfunksender BBC. 

Sein Projekt konzentriere sich auf „fünf einfache, aber ambitionierte“ Ziele, die bis 2030 erreicht werden sollten: „Schutz und Wiederherstellung der Umwelt“, „saubere Luft“, „Wiederbelebung der Ozeane“, „Aufbau einer Welt ohne Müll“ und „Reparatur unseres Klimas“.