Berlin - Das schwankende Gefühl der Bedrohung, das sich seit einem Jahr durch die kollektive Wahrnehmung frisst, hat die Prioritäten des Alltags in einer Weise verschoben, dass kein Vergleich zu weit hergeholt scheint. Wir überbieten uns in Superlativen, von der Konfusion der Regelwerke ganz zu schweigen. Was im Zentrum stand, geriet in die Randgebiete der Normalität. Was selbstverständlich war, bekam Seltenheitswert. Der verunmöglichte Friseurbesuch ist das parodistische Bild. Die als zentrales Gut der Demokratie geltende Reisefreiheit ebenso wie die unbegrenzte Einkaufsmöglichkeit, sie wurden Luxus. Übrig blieb, neben der gewährleisteten Grundversorgung, die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, auch öffentlich. Woran sich paradigmatisch nichts geändert hat.

Mit Blick auf fernere Bezirke der bewohnten Erde kann man es in vier Worten zusammenfassen: Uns geht es gut. Woanders ist das anders, wir lesen davon täglich und mit zunehmendem Entsetzen, ausgelöst von den durch die Statistik springenden Fallzahlen.

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