Berlin - Der geteilte Himmel – sofort denkt jeder an den Kalten Krieg, an das Drama der beiden deutschen Staaten, an die unselige Grenze zwischen Ost und West und natürlich auch an Christa Wolfs gleichnamigen Roman. In dem schildert sie die Entfremdung eines jungen Paares vor dem Hintergrund des Mauerbaus. Wenn also die Präsentation der Neuen Nationalgalerie „Der geteilte Himmel“ heißt und sich auf die Jahre zwischen 1945 und 1968 beschränkt, dann scheint alles klar: Es geht um eine deutsch-deutsche Kunstgeschichte, die Konfrontation von BRD und DDR, was 1994 im selben Haus einen erregten Bilderstreit auslöste. So war man in Berlin gespannt: Wie wird es der Rheinländer Kittelmann, seit drei Jahren Direktor der Nationalgalerie und ausgewiesener Westkunstexperte, bei seiner ersten Inszenierung der Nachkriegszeit mit der Ostkunst halten?

Kittelmann und Joachim Jäger, Sammlungsleiter im Mies-van-der-Rohe-Bau, war klar, dass sie sich diesem Thema stellen müssen, ohne in die dummen Ausgrenzungs- und Diffamierungsmuster zu verfallen, die sich der Kunstbetrieb so hartnäckig gegenüber der DDR-Vergangenheit leistete. Zumal in einem Museum, das es nach 1945 gleich zweimal gab und in deren Depots seit der Wiedervereinigung BRD- und DDR-Kunst in einzigartiger Weise aufeinander treffen.

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