Die geschlechtergerechte Sprache will vor allem eins: Vielfalt sichtbar machen.
Foto: imago images/AndreyPopov

BerlinKleine Presseschau des Sommers gefällig? Der neue Duden ist erschienen und will mit Wörtern wie „genderneutral“, „Gendersternchen“ und „inklusiv“ den „jüngsten Entwicklungen im Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache in bewährter Weise Rechnung“ tragen. Bravo, willkommen im Jahre 2020!, denke ich mir.

Die flottgemachte Fassung des Standardwerks unserer Muttersprache möchte ich natürlich absolut begrüßen. Gleichzeitig ist es bezeichnend, dass die Duden-Redaktion nicht sehr viel Mühe investiert, um auf die Dringlichkeit geschlechtsneutraler Sprache hinzuweisen. Auf gerade mal drei Seiten, also auf insgesamt 0,2 Prozent des Buches, erklärt sie, wie man das Gendersternchen richtig einsetzt. Offenbar nervt das Gendern den (Altherren-)Verein Deutscher Sprache (VDS). Nur so ist zu erklären, warum dessen Vorsitzender, Professor Walter Krämer, nach der Veröffentlichung des Werkes verkündet hat, es müsse Schluss damit sein, „dass Einzelne von oben herab entscheiden wollen, wie sich Sprache zu entwickeln hat“. Viele glaubten nun, „dass Gendersternchen und ähnliche Konstrukte echte Bestandteile der deutschen Sprache seien“. Ich frage mich da: Warum so schlecht gelaunt, Herr Krämer?

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