Aschersleben - „Es ist eine Ausstellung am offenen Herzen.“ Das sagt Neo Rauch wie mit einem Kloß im Hals. Der Leipziger, Ostdeutschlands berühmtester Maler, steht in der Grafikstiftung in Aschersleben, Stadt seiner Kindheit, dem väterlichen Selbstbildnis gegenüber. Ein expressiver Holzschnitt: Hanno Rauch im Jahr 1958, ein junger Mann von 19 Jahren, den Blick nach oben gerichtet, die Lippen trotzig-selbstbewusst zusammengepresst.

Die hartkantige Grafik trägt die Handschrift der Brücke-Künstler, lässt an Kirchner, Heckel, aber auch Felixmüller denken. Deren kontraststarke Stilistik hatte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst in der Nachkriegszeit große Wirkmacht. Freilich nur solange, bis die idealistisches, realistisches Pathos einfordernden Stalinisten das zu verhindern suchten.

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