Köln - Längst überlagern persönliche Verletzungen die Finanzaffäre des Netzwerks Recherche. Zweck des Vereins von Journalisten ist es, Recherche zu fordern und zu fördern, um Missstände zu enthüllen, Filz zu entzerren und intransparente Vorgänge zu beleuchten. Einer, der dies am lautesten propagiert, ist Thomas Leif, Chefreporter des Südwestrundfunks, Mitbegründer und bis zum Sommer Erster Vorsitzender des Netzwerks Recherche. Zur Aufgabe dieses Amts wurde er gedrängt, nachdem in Unterlagen, zu denen nur er Zugang hatte, Unstimmigkeiten, falsche Zahlen und nachträgliche Korrekturen entdeckt worden waren.

Seit langem gab es Fragen zu den intransparenten Finanzen. Wohl erst in diesem Frühjahr gab es auch Belege für Unstimmigkeiten. Es zeigte sich, dass Fördermittel der mit Steuergeldern finanzierten Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) zu Unrecht an das Netzwerk Recherche geflossen sind: rund 75.000 Euro in den Jahren 2007 bis 2011. Nachdem Mitglieder des Netzwerks dies entdeckt hatten, wurde das Geld unverzüglich zurückgezahlt. Wirtschaftsprüfer wurden beauftragt, die Vorgänge zu untersuchen. Unterm Strich belaufen sich die Kosten auf 122.000 Euro. Künftig will der Verein seine Finanzen offenlegen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.