Es war das richtige Buch zur richtigen Zeit. Nick Hornbys „High Fidelity“ holte damals, in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre, viele Leute in ihrem Lebensentwurf ab, auch mich. Ich stand zu dieser Zeit hinter dem Tresen des Kreuzberger Videodroms, Hornbys Roman erreichte mich passenderweise dort als Leihgabe eines befreundeten Stammkunden, ich fühlte mich sofort ganz persönlich angesprochen vom Autor und seinem Protagonisten, Rob.

Der war nur knapp älter als ich, Betreiber eines kleinen Plattenladens, zu gleichen Teilen Experte wie Snob: Wer in das Geschäft kommt, hat prinzipiell keine Ahnung, musste informiert, belehrt ob fragwürdiger Entscheidungen auch mal zurechtgestutzt werden. Aufklärungsbedürfnis und selbst auferlegter Bildungsauftrag mit gelegentlich arrogantem Zug. Und so wie Rob sein Leben und seine Beziehungen mit Songs, Mixtapes, Best-of-Listen gliedert, bewertet, einordnet, waren es bei mir Filme und Spielszenen.

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