Wie kann es sein, dass ein so grandioser Roman über die letzten Kriegstage von Berlin jahrzehntelang vergessen worden ist und erst jetzt wieder veröffentlicht und beachtet wird? Heinz Rein hat ihn noch 1945 aus unmittelbarem Erleben des Kriegsendes geschrieben, ein Jahr später erschien er als Fortsetzungsroman in der Berliner Zeitung, und 1947 publizierte der Dietz Verlag ihn in einer Auflage von achtzigtausend Exemplaren. Ein Bestseller damals.

Tag für Tag vom 14. April bis zum 2. Mai erzählt Rein von einer Gruppe von Männern und Frauen, die die Befreiung durch die Rote Armee herbeisehnt und versucht, mit ihren Aktionen sich dem Wahnsinn des Endkampfs um die Stadt entgegenzustellen. Das Buch ist kein Tagebuch, aber ein Buch jener Tage. Joachim Lassehn, zweiundzwanzig Jahre alt, hat den Krieg auf eigene Faust beendet, sich der Truppe entzogen. Ein Deserteur zwischen Leben und Tod. Er hat sich nach Berlin durchgeschlagen, immer in Gefahr, von der Feldpolizei oder der Gestapo geschnappt und gehängt zu werden. Schließlich betritt er eine Kneipe am Schlesischen Bahnhof, dem heutigen Ostbahnhof. „Eine Tür wird geöffnet, wie es niemals zuvor geschehen ist.“

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