Das Grab ist leer, Ort eines Rituals, das niemanden erlöst. Die junge Frau ebenso wenig wie den jungen, ihr unbekannten Mann, den sie heimlich dabei beobachtet, wie er Blumen auf das Grab legt. François Ozons Film „Frantz“ beginnt auf dem Friedhof einer deutschen Kleinstadt, nur wenige Monate nach dem Ersten Weltkrieg.

Die beiden Figuren bewegen sich wie ferngesteuert, in ihren schönen Gesichtern steht die Depression. Was sie verbindet, trennt sie auch: Der Tote, Verlobter der jungen Frau, ist im Krieg gestorben, kaum 25 Jahre alt. Was der junge Mann am Grab mit ihm zu tun hatte, enthüllt der Film allmählich, aber auch nicht ganz. Es bleibt, wie immer bei Ozon, etwas Unaufgelöstes zurück, etwas, das in einen nächsten Film hineinreichen wird.

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