Bitte keine Rezension vor dem 16. Februar. So steht es in meinem Exemplar des neuen Romans „Imperium“ von Christian Kracht. Aber wenn Christian Kracht einen neuen Roman veröffentlicht, stehen die Literaturkritiker in der Spur und da sind Sperrfristen Makulatur. Der Sohn eines Aufsichtsratsvorsitzenden von Springer hat für die Bild, Tempo und Die Welt geschrieben, war Kolumnist der FAZ und für den Spiegel Indienkorrespondent. Man kennt sich halt und außerdem gilt der geläuterte Popliterat Kracht als erfrischender Eigenbrötler des Literaturbetriebs.

Die Zeit preschte letzte Woche lobend vor, am Wochenende zog die taz und die FAZ nach, letzterer mit ihrer Sonntagsausgabe gleich dreifach. Während in der Samstagsrezension noch der „lässige Abenteuerroman eines deutschen Romantikers“ gefeiert wird, wettet Peter Richter in der FAS unter der grandiosen Überschrift „Prüder zur Sonne“ darauf, dass bald die Nazikeule fliegen werde. Das erledigt Georg Diez tags drauf im Spiegel. Er nennt Kracht einen „Türsteher rechter Gedanken“ und unterstellt ihm „antidemokratisches, totalitäres Denken“. Zutiefst gekränkt sagte Kracht deshalb seine Buchvorstellung in Berlin ab.

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