Es dauert nicht lange, dann glaubt man zu wissen, warum der Regisseur Paul Greengrass eine damals elfjährige Berlinerin für die weibliche Hauptrolle in seinem Western ausgesucht hat. Im Film „Neues aus der Welt“ („News of the World“) findet ein Reiter ein verängstigtes Mädchen. Ihre Begleiter vom Stamm der Kiowa sind ermordet worden. Sie versteht kein Englisch, nur den Dialekt der Kiowa, Papiere weisen sie als Johanna Leonberger aus – als Tochter deutscher Einwanderer. Mit seinen drei Brocken Deutsch kommt Captain Jefferson Kyle Kidd  (Tom Hanks) erst einmal nicht weiter. Also will er sie freundlich am Arm packen, um sie zu seinem Pferd zu führen. Das Mädchen schreit gellend. Da ist sie wieder, die durch „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt bekannt gewordene Helena Zengel. Sie kann sehr beeindruckend wütend sein. Aber nicht nur das.

Der Film, für die große Leinwand gedreht, in den USA Weihnachten in den Kinos gestartet und hierzulande coronabedingt bei Netflix untergekommen, wird von diesen beiden so unterschiedlichen Schauspielern getragen: dem zweifach Oscar-prämierten Hollywoodstar Hanks und der Schülerin mit Dreh-Erfahrung aus Deutschland. Sie verkörpern jeder für sich einen Menschen in Einsamkeit. Jefferson Kyle Kidd war einmal Journalist, hatte seine eigene Zeitung, bevor ihm der Bürgerkrieg alles genommen hat: seine Frau, seine Arbeit, sein Zuhause.

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