Dieser Radames ist ein armes Würstchen. Das Orchestervorspiel hat noch nicht begonnen, da steht er schon verloren auf dem Laufsteg, der in den Zuschauerraum führt. Verwirrt blickt er um sich, als sei er gerade aufgewacht, irgendeinem Geräusch scheint er nachzulauschen. Vielleicht hat er in der Dunkelheit auch irgendetwas gesehen, was sonst niemand gesehen hat. Wenig später wird er sich von Amneris, die ihn liebt, ein Lätzchen umbinden lassen, er wird eine Wurststulle kauen, die sie ihm missmutig gestrichen hat. Von einer gewaltigen Fleischwurst schnitt sie herunter, herzhaft dicke Räder. Man könnte auch sagen: lieblos dicke Räder. Wurst fürs Würstchen. Vom tollen Feldherrn Radames ist in Benedikt von Peters Inszenierung, die am Sonntag Premiere hatte, nichts mehr übrig. Aber was gewinnt er dadurch!

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