Berlin - Es soll Haushalte in Deutschland geben, die keinen einzigen Ikea-Gegenstand vorzeigen können. Nicht mal einen Kerzenhalter oder ein Weinglas. Kaum zu glauben angesichts der vielen Wohnungen, die praktisch vollständig von Ikea eingerichtet sind, vom Türschild bis zur Klobürste. Was einer der vielen Erfolge des größten Möbelhauses der Welt und seines bisher wichtigsten Kommunikationsinstrumentes ist: des Ikea-Katalogs. Dem nun das Ende droht. Das Management hat angekündigt, die 70. Ausgabe werde auch die letzte sein – Ikea hatte immer Sinn für Zahlensymbolik! Man werde sich künftig auf das Internet als Werbeplattform konzentrieren.

Nachdem schon Otto, Quelle und Neckermann ihre Rundum-Glücklich-Kataloge einstellten, soll nun Schluss gemacht werden mit dem bedeutendsten Einrichtungshandbuch der Nachkriegsmoderne. 70 Jahre transportierte der Katalog punktgenau jenes Design in den mittelständischen Alltag, das gebrauchsfähig und trotzdem irgendwie anders war. Ikea gelang das Geniale, nämlich Massenware als Individualismus zu verkaufen. Mehr als 200 Millionen Mal wurde der Ikea-Katalog zu seinen Bestzeiten jährlich gedruckt, in 32 Sprachen. Noch im vergangenen Jahr gingen allein in Deutschland – dem wichtigsten Markt des Einrichtungshauses – 23 Millionen Exemplare in Umlauf. Sei es in den blaugelben Riesenhallen, sei es direkt per Post.

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