Zoë Kravitz in der Serie „High Fidelity“. 
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Zerbrochene Beziehungen und der dazu passende Soundtrack – auf diesen beiden Säulen basierte nicht nur der Bestseller „High Fidelity“ von Nick Hornby von 1995, sondern auch dessen Verfilmung durch Stephen Frears fünf Jahre später (sowie ein kurzlebiges Broadway-Musical 2006). Und auch in der Adaption im Serienformat, die nun zehn Folgen lang beim Streaming-Dienst Starzplay zu sehen ist, wird daran nicht gerüttelt. Wobei es einen entscheidenden Unterschied in dieser „High Fidelity“-Neuauflage durchaus gibt: Im Zentrum steht statt eines Mannes nun eine Frau.

Rob ist nun also weiblich, gespielt von Zoë Kravitz (deren Mutter Lisa Bonet wiederum vor 20 Jahren in besagtem Kinofilm eine kleine Rolle hatte). Auch sie betreibt einen Plattenladen mit dem Namen Championship Vinyl, der sich allerdings nicht in London oder Chicago, sondern nun in Brooklyn befindet. Davon abgesehen ist eigentlich alles so, wie man es kennt: Ziemlich frisch getrennt von Mac, der eigentlich der Richtige hatte sein sollen, sinniert sie über gebrochene Herzen und die wichtigsten Beziehungen ihres Lebens. Sie erstellt Playlisten oder hängt mit ihren Mitarbeitern Cherise (Da’Vine Joy Randolph) und Simon (David H. Holmes) ab, um über Musik zu quatschen.

Chaotisch und verkorkst, cool und liebenswert, gleichermaßen anstrengend wie charmant – in weiblicher Form ist Rob als Protagonistin dieser Geschichte keinen Deut weniger sympathisch und glaubwürdig als damals bei Nick Hornby, der an „High Fidelity“ übrigens auch dieses Mal als Produzent beteiligt ist. Tatsächlich ist die viel größere Herausforderung für die Serien-Schöpferinnen Veronica West und Sarah Kucserka, die Figur mit ihren vergleichsweise schlichten Sorgen und Nöten ins Jahr 2020 zu versetzen – und sie in diesem Wechsel von der Generation X zu den Millenials nicht der Banalität preiszugeben.

Dank deutlich mehr Diversität und Queerness (Rob beispielsweise ist bisexuell) sowie Instagram- oder Gentrifizierungs-Referenzen gelingt das größtenteils erfreulich lässig und reibungslos, wenngleich „High Fidelity“ auch in dieser Version eher leichtgewichtig als tiefschürfend daherkommt. Dass man gerne zusieht, liegt nicht zuletzt an Zoë Kravitz, die in ihrer bislang größten Rolle zwar mitunter mehr Charisma als schauspielerische Nuancen mitbringt.

Die umwerfend komische Da’Vine Joy Randolph, Gastauftritte von Debbie Harry oder Parker Posey sowie eine fantastische, geschickt in die Handlung integrierte und sicherlich in den Verwertungsrechten nicht kostengünstige Musikauswahl tun ihr übriges. Was es umso bedauerlicher macht, dass die Serie in den USA nach der gelungenen ersten Staffel abgesetzt wurde.

High Fidelity. Starzplay, ab 10. September