Das Metropol in Berlin.
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BerlinWer auf der Roten Liste steht, ist vom Aussterben bedroht. Vielleicht haben sich die Organisatoren der „Night of Light“ deshalb für diese Farbe entschieden. Rot werden am Montagabend von 22 Uhr an in Berlin etwa das Huxleys an der Hasenheide leuchten, das Metropol am Nollendorfplatz, das Kreuzberger Konzertgelände Musik & Frieden. Drei Stunden lang in rotes Licht getaucht werden in 200 Städten in ganz Deutschland Hotels, Veranstaltungsorte, Konzertstätten. Sie alle wollen auf die Notlage der Veranstaltungswirtschaft in Corona-Zeiten aufmerksam machen.

„Die nächsten 100 Tage überstehen wir nicht“, sagt Tom Koperek, der für ein Veranstaltungsunternehmen in Essen arbeitet und die Nacht initiiert hat. Durch abgesagte oder verschobene Messen und andere Events sind der Branche laut eigenen Angaben bisher 3,6 Milliarden Euro Schaden entstanden. Und es wird täglich mehr. Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sind noch bis mindestens Ende August verboten, kleinere Veranstaltungen noch bis Ende Juli. Koperek sieht eine Pleitewelle kommen, wenn es keine wirkliche Hilfe gibt.

Denn anders als für kulturelle Einrichtungen bestehen die Hilfsangebote für diesen Wirtschaftszweig vor allem aus Krediten. Das ist in Zeiten kompletten und uneinholbaren Einnahmeausfalls unter Umständen wenig hilfreich. Und das betrifft ja nicht nur die Veranstaltungsorte selbst, sondern alle, die mit ihnen zu tun haben, von ihnen beauftragt wären: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker, Künstler – bis hin zum Blumengeschäft, das für die Dekoration bei einer großen Hochzeit oder beim Abi-Ball sorgt. Nur dass es seit Monaten keine großen Hochzeiten und in diesem Jahr auch keine Abi-Bälle gibt.

Über eine Million Menschen arbeiten in dieser Branche. So heterogen sie ist, hat sie sich nun zu einer gemeinschaftlichen Aktion zusammengefunden. Die Initiatoren hoffen, damit in dieser Zeit, in der die Hilferufe von allen Seiten kommen, die Blicke der Politik auf sich zu richten.