Dass Freude und Leid nicht selten dicht beieinander liegen, muss derzeit der Stones-Fan erleben. Strahlte er am Dienstag zunächst noch ob der Ankündigung einer bevorstehenden Europa-Tournee und eines erfrischenden „Hey Leute, wir kommen. Wir sehen uns!!!“ von Keith Richards, so lieferte die Liste der Spielorte dem hiesigen Freund der wohl berühmtesten Rockband der Welt die Ernüchterung.

Die Stones machen sich abermals zu ihrer nun wohl wirklich letzten Tour auf, kommen dabei aber nicht in jene Stadt, in der nach ihrem legendären Waldbühnen-Konzert im Jahr 1965 viele weitere schöne und friedliche Gastspiele zu erleben waren.

Nur in Hamburg, München und Düsseldorf

Aber warum spielen Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood nun in Hamburg, Düsseldorf und München, nicht aber in Berlin? Forkert Koopmanns ist Chef des Hamburger Unternehmens FKP Scorpio, das die Stones-Tour in Deutschland als durchführender Veranstalter vorbereitet und begleitet. „Berlin hätten wir gern im Programm gehabt, aber es fand sich kein Termin“, sagte er am Mittwoch der Berliner Zeitung. „Im Olympiastadion wird im September schon wieder Fußball gespielt, und die Mercedes-Benz-Arena als einzig infrage kommender Indoor-Spielort ist einfach zu klein.“

Berliner Konzerte waren stets ausverkauft

Außerdem habe es auch eine Rolle gespielt, dass die Stones 2014 in Berlin waren, wie auch beim Co-Veranstalter DEAG zu erfahren war. Koopmanns stellt dennoch klar: „Hätten wir einen Termin gefunden, wären wir gern nach Berlin gegangen.“ 

Das hätte sich sicher gelohnt. Immerhin waren die Berliner Konzerte trotz üppiger Eintrittspreise stets ausverkauft. Zuletzt spielte die 1962 gegründete Band vor drei Jahren im Rahmen ihrer „14 on Fire Tour“ vor 25.000 Menschen in der Waldbühne.

Stones am 9. September in Hamburg

Wer die Stones also noch einmal live erleben möchte, muss sich auf die Reise begeben. In Hamburg werden sie am 9. September ihre „Stones - No Filter“-Tour durch Europa beginnen. Im dortigen Stadtpark, wo zuletzt 1989 mit Pink Floyd ein großes Rockkonzert stattfand, sollen rund um die Bühne eigens zwölf Tribünen mit insgesamt 26.000 Sitzplätzen aufgebaut werden. Bis zu 80.000 Zuschauer werden erwartet. Am 12. September will die Band dann im Münchener Olympiastadion auftreten, das schon lange nicht mehr für Sportveranstaltungen genutzt wird.

Am 9. Oktober folgt dann in der Düsseldorfer Esprit Arena das letzte Deutschland-Konzert vor 45.000 Besuchern. Insgesamt sind 13 Konzerte in neun europäischen Ländern geplant. Tickets für die Konzerte in Deutschland sind ab Freitag online erhältlich.