Berlin„Die Stimmung ist beschissen, um eine Songzeile von Deichkind zu zitieren“, sagt Christian Morin. Der Musikkurator der Berliner Volksbühne hatte für die nächsten Tage und Monate einige pandemiegerechte Konzerte geplant – ausgerechnet, wie viele Zuschauer kommen dürfen, die Lüftungsanlage geprüft, für extra Reinigungen gesorgt. Doch der Auftritt der Schweizer Sängerin Sophie Hunger am Sonntagabend war der erste und letzte im November. Der vorgesehene Lockdown in Berlin macht Kulturveranstaltungen wieder nur als Stream im Internet möglich. Für Morin ist das  kein Problem, mit dem Popkultur Festival hat er bereits gezeigt, dass Musik digital erlebbar ist, gut findet er es aber nicht. „Die Menschen, die sich so viel ausgedacht haben, um Kultur trotz Pandemie möglich zu machen – die fühlen sich nun weniger wertgeschätzt.“

Die 192 Besucher, die zu Sophie Hungers Konzert gekommen sind, können das hingegen nicht sagen. Die 37-jährige Musikerin hat ihnen einen Brief geschrieben, in dem sie ein paar Gedanken aufgezeichnet hat, einen Liedtext und ein „Danke für den Moment, ihr macht die Halluzinationen wahr“. Sie spielt damit auf ihr im Sommer erschienenes Album „Halluzinationen“ an, doch wird an diesem Abend deutlich: Hunger spricht von der Vorstellung, endlich wieder live zu spielen, und das gefällt natürlich nicht nur ihr.

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