Die Leiche eines österreichischen Bergsteigers, der seit einer Woche als vermisst galt, ist an den Hängen des Denali in Alaska gefunden worden. Die Luftrettung entdeckte den leblosen Körper von Matthias Rimml am Freitag unterhalb des Denali-Passes, teilten die Behörden in Juneau mit, der Hauptstadt des US-Bundesstaates.

Müde, aber nicht in Not

Der 35-Jährige war alleine unterwegs und der erste registrierte Kletterer in dieser Saison, der sich an dem mit einer Höhe von 6190 Metern höchsten Berg Nordamerikas versuchen wollte. Er sei wahrscheinlich auf 5500 Metern auf einem notorisch tückischen Abschnitt der Route abgestürzt und rund 300 Meter in die Tiefe gefallen, hieß es. Rimml, ein erfahrener Alpinist und Bergführer in der vierten Generation aus Pettneu am Arlberg, hatte seinen Aufstieg am 27. April vom 2200 Meter hohen Basecamp begonnen und geplant, den Gipfel im alpinen Stil zu erreichen, das heißt: schnell und mit leichter Ausrüstung. Fünf Tage hatte er für die Tour vorgesehen. Am 30. April hatte er sich über ein mitgeführtes Satellitentelefon letztmals gemeldet, aus einer Höhe von etwa 5400 Metern. „Er sagte, er sei müde, aber er war nicht in Not“, zitiert CNN die örtliche Bergwacht.

Der Denali hieß von 1917 bis 2015 offiziell Mount McKinley, ehe der damalige amerikanische Präsident Barack Obama verfügte, dem Berg  seinen alten indianischen Namen zurückzugeben. Er zählt zu den sogenannten Seven Summits, den jeweils höchsten Bergen der sieben Kontinente, die zu besteigen zu den höchsten Weihen der Bergsteigerzunft gehört - was  auch das erklärte Ziel des verunglückten Österreichers war. Rimml war erst wenige Tage vor dem Aufbruch nach Alaska von einer Tour auf den Kilimandscharo zurückgekehrt.