Berlin - „Kunstfreiheit darf nicht auf die Terrorliste.“ Mit diesem Satz ist der Offene Brief des Netzwerks Die Vielen e.V. überschrieben, in dem sich Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen haben, um für gesellschaftliche Vielfalt einzutreten. Mit dem Brief an die Berliner Senatoren aus Kultur, Justiz und Inneres stellt sich das Netzwerk an die Seite des Berliner Künstlerkollektivs Peng!,  das vom Berliner Landeskriminalamt auf die bundesweite Terrorliste des Verfassungsschutzes gesetzt werden soll. Das kam durch eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Niklas-Schrader heraus. Begründet wird das Ansinnen des LKA mit der durch das Kollektiv gemeinsam mit der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland initiierten und betriebenen Webseite tearthisdown.com, die sich kritisch mit kolonialen Denkmälern und Straßennamen in Deutschland auseinandersetzt. Nach Ansicht der Berliner Polizei ruft die Internetseite zu Straftaten auf.

Auf der Webseite gibt es Aufforderungen wie „Runter vom Sockel“, „tear this down“ bedeutet „reißt das ab“. Doch sind das mehr als von der Kunstfreiheit gedeckte Metaphern? Tatsächlich wurden einige der genannten Straßenschilder und Denkmäler in Berlin beschädigt, weshalb die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Peng! eingeleitet hat. Mitte Juli wurde das Berliner Büro des Künstlerkollektivs durchsucht. Hausdurchsuchungen gab es auch in den Wohnungen zweier Mitglieder.

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