Lästern gerne über miese Trash-Filme: Entertainer Oliver Kalkofe und Peter Rütten.
Foto:  Gerd Engelsmann

BerlinVor dem Humor des Entertainers Oliver Kalkofe ist nichts und niemand sicher. In seiner Fernseh-Show „SchleFaZ – die schlechtesten Filme aller Zeiten“ auf Tele 5 nimmt er mit seinem Co-Moderator Peter Rütten unfreiwillig komische Trash-Filme aufs Korn.

Die 100. Ausgabe der Satiresendung, die an diesem Freitag ab 22.05 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt wird, wurde am 28. September im Berliner Tempodrom vor großer Live-Kulisse aufgezeichnet. Zu diesem Anlass sprach die Berliner Zeitung mit den beiden Gastgebern.

Herr Kalkofe, woran erkennt man, dass ein Film wirklich schlecht ist?

KALKOFE: Machen Sie doch mal ein Gedankenexperiment und erinnern Sie sich an „Titanic“ mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio zurück. Zu diesem Filmklassiker hat jeder sein eigenes Geschmacksurteil – von grandios bis grottenschlecht und verkitscht. Aber es gibt auch Filme, über die man leichter Einigkeit erzielt, weil sie ziemlich eindeutig in die Kategorie „Gewollt und nicht gekonnt“ gehören. Das ist Trash, aber auch Trash kann man lieben. Darum geht es in unserer Sendung. In der Jubiläumsshow werden wir „Drei Engel auf der Todesinsel“ aus dem Jahr 1985 ausgiebig besprechen.

Sie zeigen die Filme in voller Länge und kommentieren sie süffisant.

KALKOFE: Genres wie Horror, Science Fiction und Kung Fu bieten viel Angriffsfläche. In der „Sharknado“-Reihe zum Beispiel geht es um menschenfressende Haie, die von einem Tornado aus dem Meer aufgesaugt und nach Los Angeles gewirbelt werden. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Wirbelsturm-Haie! Wer denkt sich so etwas aus? Trash sprengt die Grenzen der Logik und des Machbaren. Das ist, positiv ausgedrückt, Fantasie ohne Grenzen. Herz über Verstand.

Herr Rütten, welchen Trash-Klassiker sehen Sie sich am liebsten an?

RÜTTEN: „Frogs“ ist einfach herrlich. Das war in den 70er-Jahren etwas ganz Neues – ein Ökothriller. Der Grundgedanke, dass die Natur vom Menschen zerstört wird und sich zur Wehr setzt, hat seitdem nichts von seiner Aktualität verloren. Aber bei „SchleFaZ“ geht es uns vor allem um die filmische Umsetzung. Ich liebe die Szene mit dem Giftanschlag der Warane: Der angegriffene Darsteller rennt regelrecht in die Gaswolke. Das mag schauspielerisches Unvermögen sein. Aber solche Filme haben oft etwas sehr Liebevolles und Liebenswertes an sich.

Es gibt das Phänomen, dass ein Film so schlecht und kitschig ist, dass er schon wieder cool wirkt.

KALKOFE: (lacht) Wir bekommen häufiger Post von Leuten, die sich wundern, warum die beiden Doofen auf dem Bildschirm den hervorragenden Film schlechtreden.

RÜTTEN: Ich möchte auch nicht zu streng zu den Filmen sein. Dramaturgische Schwächen, ratlos machende Darsteller und misslungene Effekte sind jeweils für sich noch kein Grund, einen Film kaputtzureden. Erst wenn alles drei zusammenkommt, war wahrscheinlich ein talentfreier Filmemacher am Werk.

Was erwartet die Fernsehzuschauer in Ihrer Jubiläumssendung?

KALKOFE: Wir haben zum ersten Mal das Experiment einer großen Liveaufzeichnung mit 2500 Zuschauern im Berliner Tempodrom gewagt – und es war gigantisch. Zur Unterstützung traten musikalische Gäste wie Bela B., Fünf Sterne Deluxe und mehrere Überraschungsgäste auf. Es war einer der schönsten und emotionalsten Abende meines Lebens. Außerdem gibt es jetzt auch ein „SchleFaZ“-Buch, in dem wir alle Trash-Filme aus sieben Jahren Revue passieren lassen.

In jeder „SchleFaZ“-Sendung werden Cocktails serviert. Müssen Sie sich die schlechten Filme schöntrinken?

RÜTTEN: (lacht) Einmal war ich beschwipst. Aber das darf man nicht zu oft machen, denn die Show verlangt die volle Konzentration. Wir können leider nur eine alkoholfreie Ersatzflüssigkeit schlürfen.