Dream-Team: Carsten „Erobique“ Meyer und Oliver Polak.
Foto: Buback

Es scheint, als wäre es erst gestern gewesen: Helge Schneider, 65 Jahre alt, sitzt am Klavier auf der Bühne des Eurovision Song Contest und heult den Corona-Blues: „Forever at home, forever alone, forever inside.“ Es war Mai 2020, nach dem ersten, vorsichtigen Lockdown im März hätten die Zeilen nicht passender sein können. Und so blieben sie auch lange haften: mit jeder weiteren Corona-Ampel, die auf Rot sprang, mit jeder weiteren Woche im Homeoffice. Noch immer ist der heute so leichtlebig scheinende Zustand, wie er vor Corona herrschte, nicht zurück – und sicherlich wird es noch einige Zeit dauern, bis es wieder so sein wird.

Klar, dass sich also immer mehr Musiker mit dieser neuen Lebenswelt beschäftigen. Tocotronic veröffentlichten das Stück „Hoffnung“ für mehr Zusammenhalt, während die Ärzte aus dem Wohnzimmer „Ein Lied für jetzt“ trällerten, einen Song für Stubenhocker. Ihnen folgten zahlreiche weitere Künstler, die aus der Quarantäne heraus zu teils melancholischen, teils tanzbaren Melodien von Hoffnung, Einsamkeit, Sehnsucht und sonstigen Dingen sangen, die einem beim Alleinsein nun mal so einfallen. Worüber sollten sie auch sonst berichten?

Überraschen mag es daher, dass der deutsche Komiker Oliver Polak mit dem Produzenten Carsten „Erobique“ Meyer einen musikalischen Weg gefunden hat, diese ganze Corona-Situation in ihrer Absurdität darzustellen und dabei dennoch gut zu klingen. Zur Melodie von Queens „Another One Bites the Dust“ singen sie in „Forever Corona“ von der Gefahr, die man auf den Straßen spüre, von schreienden Kindern, Überlebenden und Kämpfenden, und vom großen Vermissen von Händeschütteln und Küsschen geben. Im Refrain trällern sie dann mit einem Frauenchor ganz hinreißend durch ihre Masken: „Forever corona, corona forever, forever corona ... “ - wieder und wieder, bis es nicht mehr aus dem Ohr zu kriegen ist. 

Wenn es nach Oliver Polak ginge, werden bald alle Deutschen einstimmen und dieses Lied singen, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei einem Spaziergang mit Hund Arthur sei ihm dieser Song eingefallen. Dass ein Hund in dem Video zur Single dabei frisiert wird und das Leben als stylischer Wauwau genießt, illustriert noch einmal diese komische Gegenwart, in der es nichts anderes zu geben scheint als das Frischmachen für die eigenen vier Wände – und dabei immer noch so zu tun, als wäre alles gut.

Das Schöne ist aber vor allem, dass es Polaks Corona-Zeilen tatsächlich schaffen, ein wenig Leichtigkeit in den Alltag zu bringen. Der innere Ballast wird abgeschüttelt, schlechte Nachrichten und schimpfende Kollegen werden ausgeblendet: „Forever corona, corona forever, forever corona!“ Zur anhaltenden Pandemie passt das gut. Was soll man auch anderes tun, als sich die Zeit erträglicher zu singen.