Das ZDF steht bei Olympia viel besser da als die ARD. Es hat nicht nur die Mainzelmännchen, die derzeit unheimlich sportlich auftreten, es hat auch einen Hund. Das ist ein Basset, so ein langgezogenes Kerlchen mit Schlappohren und großen braunen und schwarzen Flecken auf weißem Fell. Mag ein Interview noch so langweilig sein, es wird aufgewertet, wenn bei der Einblendung des Namens der Basset durchs Insert läuft. Und erst das Ende eines Studiogesprächs! Da bekommt der Sportler einen lebensgroßen Basset in Plüsch überreicht.

Rudi Cerne ist der Hund peinlich

Michael Steinbrecher, der früher Hundelocken trug und heute wie ein eifriger Hütehund durchs Programm führt – stets darauf bedacht, dass alle sich wohlfühlen –, macht das immer sehr gut. Marcel Nguyen wirkte fröhlich, als er nach seiner zweiten Medaille auch seinen zweiten Hund bekam. Roger Federer durfte für seinen zweiten Platz überhaupt gleich zwei Hunde einstreichen, weil er Zwillingsvater ist.

Dem Moderator Rudi Cerne dagegen ist der Hund peinlich. Obwohl der frühere Eiskunstläufer bei diesen Sommerspielen deutlich aufgetaut ist – man denke an seine Einlage als Judo-Verlierer auf dem Studioboden! –, kann er nicht recht die Freude am Tier vermitteln. „Vielleicht für die Freundin?“, fragt er jedes Mal scheu.

Neulich nachts haben wir voller Erwartung das Gespräch mit Robert Harting verfolgt, dem Hürdenspringer und Diskuswerfer. Als Berliner ist er sicher ein Hundefreund. Der Basset lief zuverlässig durch seinen Namen. Rudi Cerne fragte dies und das. Aber dann entließ er ihn ohne Hund. Wie ungerecht!

Doch dann kam die Erinnerung. Wer jede Nacht Olympia guckt, weiß, dass Harting lange die Trennung von seiner Freundin schmerzte. Was hätte der Moderator sagen sollen? Für Ihre Mutter? Rudi Cerne ist so einfühlsam!

Die ARD aber macht was falsch. Wie unterhaltsam Tiere sind, blitzte am Mittwoch bei den Kanu-Übertragungen auf, als Schafe mit den Ringen im Fell am Wasser grasten. Doch sie blieben in Greenwich.